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Statusbericht

Wir erreichten Neuseelands Hauptstadt Wellington gegen 10 Uhr abends am 27. April in einem nass-kalten Herbststurm – passend zu unserer melancholischen Stimmung des Abschieds von der Südinsel. Die bedrohlich aussehenden schwarzen Wolken waren bereits vor unserer Ankunft in Picton aufgezogen und sie hielten ihre Versprechen auf eine stürmische Überfahrt, sodass wir nicht einmal an Deck gehen mochten um der Südinsel auf Wiedersehen zu winken. Wellies – Wellington Boots (= Gummistiefel): Uns ist nur allzu bewusst, wo dieser Name herkommen muss. Die Jugendherberge in der wir übernachteten, war eine enorme Verbesserung zu unserem letzten Hostel hier in Wellington, aber trotzdem war sie groß, unpersönlich und ungemütlich. Sie hätte gegensätzlicher zum Almond House in Nelson nicht sein können. Hier hatten wir über die Ostertage in einer erfrischenden internationalen Runde aus einem Waliser, zwei Franzosen, einer Schwedin, vier Kanadiern und drei Deutschen so viel Spaß gehabt – trotz dann und wann auftretender scheinbar kulturell begründeter Unstimmigkeiten im Hinblick auf Humor oder Kommunikationsverhalten. Umso amüsanter war es zu beobachten, dass die alten Rivalitäten zwischen dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Deutschland in diesen Situationen immer wieder schnell ausgegraben werden. Erstaunlich, wie schnell das Vereinigte Königreich und Frankreich sich gegenseitig auf die Palme bringen können und wie schnell Deutschland dabei ist sich zu spalten, wobei die eine Hälfte für Frankreich vollkommenes Unverständnis entwickelt und im gleichen Zug mit dem Vereinigten Königreich eine Koalition eingeht und umgekehrt. Wie zu erwarten steht Kanada belustigt aber teilnahmslos daneben und Schweden versucht mit beidseitigem Verständnis zu vermitteln. Traurig oder amüsant: Alte Gewohnheiten lassen sich scheinbar schwierig ablegen :oD

Von Wellington haben wir nicht allzuviel zu berichten, da wir 3 Tage mit dem finalen Allegro Furioso der Änderung unseres Flugplans zugebracht haben. Zwischendurch blieb aber natürlich noch etwas Zeit für einen Besuch im wunderschönen Te Papa Museum und Kaffeetrinken. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, hier nochmal ein gut gemeinter Ratschlag: versucht Flüge mit der Qantas-British Airways-Koalition zu vermeiden. Seit über 2 Monaten versuchten wir diese Flugänderung zu machen und endlich hatte sich wenigstens das Hauptproblem heraus kristallisiert: Wir fliegen mit einem Qantas-Ticket, haben aber British Airways Flüge. Trotz Koalition sind die beiden Fluggesellschaften weiterhin eigenständig und können scheinbar gegenseitig ihre Systeme nicht einsehen. Ergo: Niemand war zuständig, niemand schien uns helfen zu können und wir wurden planlos vom einen zum anderen geschickt. Beide Airlines haben keine Büros in ganz Neuseeland, die Helpdesks an den Flughäfen – ohnehin schon nur mit 7$/Std. Parkticket minimum zu erreichen – sind absolut unbrauchbar und die Telefonhotlines noch mehr. Unzählige Male habe ich da angerufen, stundenlang den „Bitte-Warten-Melodien“ gelauscht und mich mit den netten indischen Mitbürgern auseinandergesetzt. Dies soll in keiner Weise eine rassistische Anspielung, sondern lediglich eine Darlegung unserer Kommunikationsprobleme auf beiden Seiten sein. Dank der Hilfe einer netten Dame im STA-Reisebüro haben wir es letztendlich jedoch geschafft. Unsere nächsten Reiseziele sind nun Indonesien, Hawaii mit einem 5tägigen Zwischenstopp auf dem Weg in Samoa und als Abschluss unserer Weltreise Alaska bevor wir dann im August wieder nach Hause kommen.

Am 29.4. haben wir den Absprung aus der Logistik-Spongebob-Welt endlich geschafft und können Wellington in schönstem Sonnenschein verlassen. Über Wanganui und mit Umweg über die Wanganui River Road geht es über den Forgotten World Highway nach New Plymouth zu Mount Taranaki, einem Vulkan, den Christian sich gerne ansehen möchte. Die Fahrt hieher durch die Vergessene Welt soll bekannt sein für die schöne Landschaft – leider war uns das nicht bewusst und wir fuhren die Strecke im Dunkeln… ganz schön gespenstisch war es, denn der Name des Highways kommt nicht von ungefähr. Das gesamte Gebiet ist kaum bewohnt und die meisten der Häuser, die von der hubbeligen und zeitweise lediglich geschotterten Straße aus zu sehen sind, sind verlassen und/oder zerstört durch Feuer oder den Zahn der Zeit. Dem Wohlempfinden war auch wenig zuträglich, dass das Unwetter vom 27. ein paar Erdrutsche hervorgerufen hat und wir nicht nur einmal im letzten Moment den Felsbrocken auf der Fahrbahn ausgewichen sind. Aber von sowas lassen wir uns ja nicht die Laune verderben und so verbringen wir die Fahrt mit Taccos, Muffins und Cola während wir viel lachen und aus vollem Hals „Unheilig“ mitgrölen :o) Habt ihr mal ernsthaft den Texten da zugehört?! Ein großer Spaß kann ich euch sagen.

Ziemlich erschöpft letztendlich schaffen wir es dann aber doch noch vor Mitternacht nach New Plymouth. Gute Nacht liebe Blog-Leser.


Neue Freunde :o) Ein weiterer rastloser Wanderer auf dieser Welt… Tim kommt ursprünglich aus Wales, hat aber die letzten Jahre im Ausland gelebt



Sonnenuntergang in Nelson



Sonnenuntergang in Wellington von Mount Victoria



Auf der Wanganui River Road



Mount Taranaki



Mount Taranaki

4 Kommentare auf “Statusbericht”

  1. Raewyn Shand sagt:

    Tried to leave a comment on your blog but it wouldn’t let me :-/ Actually Wellington boots derived their name from the IK and the Duke of Wellington!
    see – http://en.wikipedia.org/wiki/Wellington_boot

    So glad you went up the Wanganui River Road – just wish you had more time and travel energies while there though. Sound to me as if you are very close to the end of your trip. You sound like you have a great hankering to be home!!

    Safe travels for the rest of your journey xxxx

  2. Kadmos sagt:

    Servus ihr beiden,

    Die Bilder die ihr gemacht habt sind wirklich immer wieder einfach nur atemberaubend. Zusammen mit euren berichten bekommt man richtiges Fernweh.
    Ich wünsch euch noch viele schöne Momente und geniesst es.

    Viele Gruesse
    Dennis

  3. Anke Schultze sagt:

    Hallo ihr 2,

    vielen Dank für eure Karte, die letzte Woche angekommen ist. Ich werde immer ein wenig wehmütig, wenn ich an Queenstown denke, denn das waren bisher die schönsten 2 Wochen meines Lebens und doch schon wieder so lange her.
    Wer hätte gedacht, daß euch noch die Zeit knapp werden würde und vor allem, daß ihr in 3 Monaten wieder da seit. Es rast alles so dahin, aber das hatte ich euch im Dezember am Flughafen schon profezeit … ;-) …. ich schwelge immer wieder in euren Bildern und auch wenn ich nicht viel schreibe, bin ich gedanklich oft bei euch und hier regelmäßiger schreibfauler Gast.

    Gnießt eure noch verbleibende Zeit und fühlt euch gedrückt!!!

    GLG
    Anke

  4. Tim sagt:

    hej guys, i just read the post about your time inside the Almond House, loved especially the anonymous hostility section very well written ;) , hope both of you have enjoyed the north and ahvent been caught in the mini monsoon conditions we have had of late, i must go i have a late check and thanks for the lead photo love it, see you on the other side!