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Nachdem wir uns nach einiger Zeit vom Stress in Wellington wieder erholt hatten, kam glücklicherweise die Erkenntnis, dass Last-Minute-Sightseeing im japanischen Stil mit Durchrauschen irgendwie keine Lösung ist. Ihr habt nun schon öfter verlauten lassen, dass wir scheinbar gehetzt seien und wohl langsam dem nahenden Ende unserer Zeit hier entgegensehen würden. Das hat uns zu denken gegeben, da wir unsere Zeit hier eigentlich schon noch genießen und vor allem noch so viel sehen und machen wollten… aber scheinbar waren wir kurzzeitig in einem Limbus zwischen wildem Aktionismus und Schockstarre über die rasende Zeit gefangen. Zudem wird es immer winterlicher hier (auch wenn es sich mit Temperaturen hier im Norden über 20°C nicht so anfühlt), denn nicht nur der Regen nimmt drastisch zu sondern auch die Sturmwarnungen und wir ertappen uns immer wieder dabei, dass wir lieber mit einer Tasse Tee im Hostel auf einem Sofa sitzen als draußen etwas zu unternehmen.

Also gingen wir schweren Herzens aber großzügig mit einem Rotstift durch unsere unendlich lange mentale Liste der noch zu erledigenden Dinge und kürzten diese auf drei Punkte: Rotorua, Coromandel und Northlands. Die fünf-Tageswanderung um den Waikaremoana See, das erste Sonnenlicht des Tages auf der (fast) ganzen Welt an der Ostküste, Napier, die Weiße Insel, Whakatane… all diese Dinge mussten wir auf die „Wenn-wir-das-nächste-Mal-in-Neuseeland-sind – Liste“ schieben, da die Distanzen zu den Orten einfach zu groß waren und/oder sie einfach zu viel Zeit beansprucht hätten. (Zitat Christian beim Durchlesen meines Textes: „Das treibt einem ja die Tränen in die Augen, was wir alles verpasst haben!)

Nachdem wir Taranaki verlassen hatten, war unser erstes Ziel Rotorua – eine Stadt direkt auf dem Pazifischen Feuerring. Rotorua ist eins der dicht konzentriertesten und zugänglichsten Geothermalgebiete der Welt. Geysire, blubbernd-kochende Schlammlöcher, verkrustete Minerale an Sinterterassen sowie die geothermisch erhitzten Bäder in öffentlichen Anstalten, Hotels und Hostels machen diesen einzigartigen Ort zu einer der Haupttourismus-Attraktionen der Nordinsel. Den unverkennbaren Geruch des Schwefelwasserstoffes nach faulen Eiern (glücklicherweise nach wenigen Stunden nicht mehr merklich wahrzunehmen) gibt es gratis dazu. Außerdem hat man hier in Rotorua die Möglichkeit an einem Hangi teilzunehmen – einem traditionellen Maori-Essen, welches in einem Erdofen gegart wird. Dem Essen geht eine seichte Maori-Kultur-Show voraus, bei der die Touristen die Möglichkeit haben das traditionelle Maori-Kanu zu sehen, etwas über die Tätowierungen, Kampfgrimassen und Waffen zu erfahren sowie sich an ein paar Maori-Liedern und –Tänzen zu erfreuen, wie z.B. den Haka, einem Kriegstanz den auch die All Blacks, Neuseelands Rugby-Mannschaft, vor jedem Spiel auf dem Feld zur Einschüchterung der Gegner aufführen.



Hangi



Waka – traditionelles Maori-Kanu



Waka – traditionelles Maori-Kanu















All Blacks Haka – Adidas Werbung



im Geothermalpark Wai – O – Tapu



im Geothermalpark Wai – O – Tapu, die „Tintenfässer des Teufels“



im Geothermalpark Wai – O – Tapu



im Geothermalpark Wai – O – Tapu, „die Palette des Künstlers“



im Geothermalpark Wai – O – Tapu, der „Champagner Teich“



im Geothermalpark Wai – O – Tapu, „Teufelsbad“



Blubbernde Matschteiche bei Wai – O – Tapu



Blubbernde Matschteiche bei Wai – O – Tapu



Blubbernde Matschteiche bei Wai – O – Tapu



Baden im heißen Fluss Kerosene Creek in der Nähe von Rotorua

Das Wochenende verbrachten wir in Paeroa bei Chris‘ ehemaligem Studienkumpel Dennis. Hier wurden wir gleich gastfreundlich empfangen und in die Gemeinschaft Paeroas eingeführt – sei es bei Freunden von Dennis oder einem Rugby-Spiel der „Paeroa Old Boys“. Zum Abschluss haben wir noch eine Entdeckungstour durch alte und verlassene Goldgräbertunnel im Karangahake Gorge gemacht. Wir konnten uns bildlich vorstellen wie Christian F. alias Revolvermann hier in bester Indiana Jones Manier umher zog :o)



Dennis beim Rugby-Spiel von Paeroas „Old Boys“ gegen den Nachbarort Waihi



Dennis beim Rugby-Spiel von Paeroas „Old Boys“ gegen den Nachbarort Waihi















Über die Coromandel-Halbinsel geht es zurück nach Auckland, da wir ein paar Dinge für Indonesien zu organisieren haben und wir ohnehin einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Northland brauchten. Claire, das nette Mädel von der Rezeption unseres liebsten Hostels hier, erkennt meine Stimme und meinen Namen als bekannt (nach über 3 Monaten!) bereits am Telefon und freut sich umsomehr, als wir uns abends anmelden: „Oh wie schön! Ich hatte so gehofft dass ihr das seid, die ich im Kopf hatte. Ich hab euch auch mein liebstes Zimmer gegeben! *strahl*“ Mit einem Lächeln beziehen wir ein luxuriöses 3-Bett-Zimmer mit eigenem Bad, was heute eigentlich als Schlafsaal vermietet werden sollte (wir haben auch nur das bezahlt), aber da heute niemand mehr kam, haben wir es für uns. *seufz* bei so viel Gastfreundschaft wird uns der Abschied aus diesem Land wirklich nicht leicht fallen. 10 Tage noch.



Cathedral Cove, Hahei, Coromandel Halbinsel. Der Felsbogen ist einsturzgefährdet und somit leider abgesperrt



Übersetzungsgenies am Werke. Mich interessiert immer noch brennend was wohl Verwarnungsfelsen sein mögen…



Cathedral Cove, Hahei, Coromandel Halbinsel.



Hahei, Coromandel Halbinsel.



Hahei, Coromandel Halbinsel



Auf dem Weg zwischen der Stadt Coromandel und Colville, Coromandel Halbinsel



Sonnenuntergang genießen auf dem Weg zwischen der Stadt Coromandel und Colville, Coromandel Halbinsel



Auf dem Weg zwischen der Stadt Coromandel und Colville, Coromandel Halbinsel



Auf dem Weg zwischen der Stadt Coromandel und Colville, Coromandel Halbinsel



Die Siedler von Neuseeland haben sich bei der Benennung ihrer Orte, Straßen, usw. alle Freiheiten genommen. Nach der Stadt Stratford, die offensichtlich nach Shakespeares Geburtststadt benannt ist, da sämtliche Straßen nach seinen Dramencharakteren benannt sind, hier nun eine Huldigung der anderen Art: der „Stirb Langsam“-Fluss :o)

1 Kommentar auf “Zwischen Küsten und dem Pazifischen Feuerring”

  1. Helga sagt:

    Mmmmmm…war Hangi lecker?????sieht SEHR lecker aus…..:-)also,schade das die Zeit in Neuseeland fast vorbei ist :-(..aber nicht sooo traurig sein so viele schöne Eindrücke bleiben Euch immer erhalten und wie Ihr schon schreibt…es gibt ein Wiedersehen…..:-) mit Neuseeland….also ich knuddel Euch aus der Ferne