Feed auf
Postings
Kommentare

Gen Süden

Hallo alle zusammen!
derweil Christian dabei ist, ein traumhaftes Mittagessen zu zaubern, nutze ich die Zeit und versuche, die vergangenen Erlebnisse Revue passieren zu lassen.
Wir wir ja schon in der letzten Nachricht haben durchklingen lassen, gelang es uns nicht so richtig, uns für Bangkok zu erwärmen… laut, stickig, Smog und Stau überall… die paar Märkte, die wir besucht haben, waren Shopping-technisch zwar eine Katastrophe, aber dafür hatten wir auch so ne Menge Spaß. Der eine Markt war zum Beispiel mitten in einem von Bangkoks Rotlichtvierteln und so konnten wir uns gar nicht auf die Stände konzentrieren, da alle 3 m jemand auf uns zukam und uns in einen Club abschleppen wollte, wo es angeblich heiße Shows mit „Pussy-Ping-Pong“, „Pussy verschlingt Banane“, „Pussy bläst Kerze aus“ u.ä. geben sollte. Im Nachhinein finde ich es ja schon fast schade, dass wir uns ein so hochkulturelles Ereignis haben entgehen lassen. Wir setzten uns dann in eine Bar gegenüber des Clubs „Super-Pussy“ und beobachteten amüsiert die Schlepper, wie sie wirklich jeden versucht haben, für diese Shows und Bars zu begeistern.. vom Familienvater, der seine Kinder dabei hatte, bis hin zum Teenie-Touri-Mädel.
Donnerstag stiegen wir dann in den Flieger und nach einem Zwischenstopp in Sydney, wo wir schon mal einen Vorgeschmack auf die uns erwartenden Preise bekamen, landeten wir Freitag mittag in Auckland. Ihr glaubt ja nicht, wie sehr man sich über Dinge freuen kann wie Straßenschilder, die man lesen kann oder Regen, der nicht nach Smog riecht. Tja, da haben wir uns wohl etwas zu überschwänglich über den Regen gefreut… davon gab es dann auch gleich ne Menge und 3 Tage lang, sodass unsere Mission, ein Auto auf Aucklands Automärkten zu finden, erheblich erschwert wurde. Aber letztendlich haben wir dann doch eins gefunden.. es heißt Hank und ist ein Toyota Carina in ansprechender Rotorua-Schlamm-Farbe von 1990 (Jep, Hank ist so alt wie mein jüngerer Bruder, wobei Hanks Zustand und Fitness leider nicht an die von Christoph rankommt. Aber zugegeben, wer kann da schon mit Christoph mithalten). Ein Auto mit Charakter jedenfalls kann man sagen… aber wir mögen ihn trotz seiner Macken und Eigenheiten :o) Die folgenden Tage verbrachten wir unspektakulär mit der Organisation all der Dinge, die man so braucht zum Campen und Reisen…
Sehr spontan haben wir uns dann am Donnerstag abend überlegt, noch bis Turangi durchzufahren und das Tongariro Crossing,eine alpine Bergwanderung von 19,4 km, im Tongariro National Park zu machen, wenn das Wetter es zulässt. (Für die, denen dieser Park nichts sagt: Hier wurden die Szenen von Mordor und dem Schicksalsberg vom Herr der Ringe Film gedreht.) Die Wetterprognosen waren gut und so wanderten wir gestern 9 Stunden durch die beeindruckende, raue Vulkanlandschaft und erfreuten uns eines stabilen Rückens von Christian und wunderschönem Sonnenschein :o). Faireshalber muss ich hier aber noch erwähnen, dass meine Kondition sich als ein mindestens, wenn nicht größeres Problem als Christians Bandscheiben herausstellte.
(Hier möchte ich (Christian) aber gerne noch was ergänzen, um näher an der Realität zu bleiben! Zitat Kathi nach 2 Stunden Wanderung: „Wandern ist so toll, man hat das Gefühl, dass man mit jedem Schritt was geschafft und erlebt hat! *Strahlendes Gesicht und volle Lebensfreude* Nach ca. 8,5 Stunden Wanderung und nur noch 600 m bis zum Trackende;(*hochrotes Gesicht, seit Minuten verstummt und sichtbar schlechte Laune*) auf meine Frage ob denn alles in Ordnung sei, platzte es aus ihr heraus : „Ich hasse  wandern! Sport ist scheiße und ich überlege auch schon seit 10 Minuten, wie ich dem Busfahrer mit seiner verdammten 4 Uhr Deadline meine Wanderstöcke in die Fresse hauen soll.. mal abgesehen davon glaube ich, dass mein Körper überhaupt nicht für Sport ausgelegt ist, ich hab Sport noch nie gemocht!!“)
Heute sind wir noch nicht so recht in die Gänge gekommen – hängen immer noch im Hostel rum und essen :o) Aber gleich gehts noch nach Wellington, von wo morgen früh um 8 Uhr unsere Fähre auf die Südinsel fährt.

Wairere Wasserfälle

Erstes Camping nähe Rotorua

Blick aus dem Zelt am Morgen

Christian bedauert es sehr, dass er sein „Nordic Walking sucks“-Shirt nicht dabei hat ;o) Aber was für Bandscheiben gut ist, überwindet auch den Stolz…

Fast am Gipfel beim Roten Krater

über den Emerald Lakes

Rückblick zum Mount Ngauruhoe („Schicksalsberg“ in Herr-der-Ringe-Terminologie)

Jetzt kommt „nur“ noch der Abstieg von 1100m ;o)

2 Kommentare auf “Gen Süden”

  1. Caro sagt:

    Oh, das ist toll. Das schaut wirklich aus wie Mordor.
    Bin sehr gespannt auf eure Berichte, überlegen schon ne Weile ob wir auch mal dahin fahren.
    Wünsch euch viel Spaß und wenig Regen!

  2. Nette sagt:

    Bei den Bildern werden die Erinnerungen ja soooooooo lebendig.Trotz des ‚Tangos‘ war man ja damals von der Aussicht bzw. Landschaft schon so begeistert; jetzt auf den tollen Bildern sieht man erst,wie schön es dort wirklich ist. Ich hoffe, dass du mit diesem Ausflug das Tongariro-Trauma überwinden konntest.—-