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Montag der 20.12.2010

Wir erreichen die Hauptstadt Kambodschas Phnom Penh gegen Nachmittag: Wir haben den Wettlauf gegen die Zeit beim Umsteigen in Bangkok gemeistert, unser Gepäck vom Gepäckkarussel gerettet und den Behördenlauf für das Visum geschafft. Alles ging so schnell Knall auf Fall, dass wir gar nicht wissen wie uns geschieht und eh wir richtig durchatmen können, sind wir durch den Föhn der Außentür des Flughafens durch, von einer Hitzewelle erschlagen und ihnen auch schon ausgeliefert: „Moto?“ „Taxi?“ „Tuk-Tuk?“ Da ein Abholen von unserer Unterkunft nicht vorgesehen war, ist die Antwort hierzu wohl ein „ja, bitte“.

Wir wissen wo wir hinwollen und deshalb sollte es doch eigentlich gar nicht so schwierig sein dort anzukommen. Doch das hier ist Kambodscha und uns wird schnell bewusst, dass hier offensichtlich ein paar Dinge anders laufen. So werden die Verhandlungen für mögliche Transportmittel beispielsweise nur mit Christian geführt – Frauen scheinen hier sowas nicht zu tun („Do you need a Taxi Miss? Let’s wait for your husband to come back, than we can see“ Aehm, ja…). Sofern man noch keine feste Reservierung hat, versuchen auch manche Fahrer einem auch weiß zu machen, dass das Hotel, in das du willst, gerade renoviert wird oder schlecht sei und er dich viel eher in Hotel XY bringen würde (wo er dann Provision bekommt). Glücklicherweise hatten wir aber eine Reservierung. Nach einigen Diskussionen mit wem nun und für wie viel saßen wir dann auch in einem Taxi zur Unterkunft (An dieser Stelle nochmal Danke an Annette, deren Handelstalente sich Chris in diesen Situationen immer wieder ins Gedächtnis ruft und zum Vorbild nimmt :o) („Hast du gesehen Kathi? Ich hab schon ein bisschen wie Nette verhandelt *strahl*)).

Nach Ampeln richtet man sich zwar, aber für wichtige Menschen mit dicken Autos wird auch gern schon mal durch tatkräftige Menschen in Uniformen der Verkehr aufgehalten damit diese auf schnellstem Wege an ihr Ziel kommen (ja, auch wenn dies durch mehrspurigen Gegenverkehr ist). Auf Motorrädern, Rollern und sonstigen Zweirädern stapeln sich ganze Familien mitsamt schlafenden und/oder zu stillenden Kindern, außerdem bahnen sich LKWs, Autos, Tuk-Tuks, Fahrräder mit vorn oder hinten angebauten Personensitzen und handgezogene Essenskarren sämtlicher Größe ihre Wege ungeachtet sämtlicher Fahrbahnmarkierungen. Will man abbiegen und muss den Gegenverkehr kreuzen, steuert man direkt auf selbigen zu und fährt in gemäßigtem Tempo weiter – entsprechende Fahrzeuge weichen dann aus oder bremsen in letzter Sekunde dann doch, wenn ein Vorbeikommen wirklich nicht möglich sein sollte. Und trotz der (scheinbar) fehlenden Geschwindigkeitsbegrenzungen (diese sind hier eher natürlich, also, fahre so schnell wie es dein Gefährt kann) kommt es zu erstaunlich wenig Unfällen.

Ein Polizist mit Trillerpfeife steht wild gestikulierend auf einer Kreuzung und versucht die Massen an Fahrzeugen zur Raison zu bringen und wenigstens in halbwegs richtige Bahnen zu lenken. Eine umfallende Schaufel in Hamburg hat ungefähr eine ähnliche Auswirkung auf die Gesamtszenerie. Mittendrin fällt mein Blick auf kambodschanische Frauen, die in unvergleichlicher Eleganz mit kerzengerader Haltung im Damensitz hinten auf Motorrädern mit aufsitzen. Hocherhobenen Hauptes mit stolzem Blick scheinen sie durch die Mengen zu gleiten. Ich weiß noch nicht was es ist, aber irgendetwas ganz Besonderes strahlen sie aus- eine Art Erhabenheit, die sie wie eine Aura umgibt.

Abends beim Abendessen im Stadtzentrum kommen immer wieder Kinder an den Tisch, die Raubkopien von Lonely Planet Reiseführern, Blumen oder Armbänder verkaufen wollen. Neben dem Tisch sehe ich aus dem Augenwinkel einen Schatten am Boden vorbeihuschen und erkenne erst beim zweiten Blick einen Menschen mit nur je einem verkrüppelten Arm und Bein über den Boden robben und um Geld bitten. Ein Tuk-Tuk hat die Aufschrift: „Cambodia welcomes responsible tourists. Please keep our children safe“. Ab und an schleifen etwas suspekt aussehnde weiße Männer kambodschanische Mädchen an der Hand mit sich an uns vorbei… die große Liebe scheint das wohl nicht zu sein und der Gesichtsausdruck, der bei den Motorradfahrerinnen Stolz und Erhabenheit ausgestrahlt hat, ist hier einem Mienenspiel von Trotz, Verzweiflung und Gleichgültigkeit gewichen. Eine etwa 13jährige versucht uns zu überzeugen, ihr ein Buch abzukaufen. „Maybe tomorrow“ sagen wir. Sie antwortet „tomorrow never comes“, dreht sich um und geht.

Spielende Kinder auf dem Center Market

Fahrradwerkstatt

Tuk-Tuk

Strassenszene

Schulkinder

Kuenstler am Strassenrand

Stadtrundfahrt mit dem Tuk-Tuk, sehr staubige Angelegenheit :-)

4 Kommentare auf “Daughters of Cambodia – Notizen unserer Reise”

  1. Conny sagt:

    Die Bilder sind wunderschön!!!!!!!!!!!!!!!!!! Und ich bepiss mich hier grade wieder über euren Bericht <33

  2. Franc sagt:

    Abolute Weltklasse! Die Bilder sind „reportagenreif“! Der Bericht der Oberhammer! Keine Ahnung ob in „Cambodia“ Weihnachten gefeiert wird, nichtsdestotrotz, alles Gute und Liebe euch beiden und haltet euch von Organhändlern fern!

  3. Teena sagt:

    Keep on rocking you two…there is a whole wild planet to explore out there…and I am not jealouse when I see those nice scenes of Asian life…Kathi’s boobs are marvelous as well :-D