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Sonntag der 12.12.2010

0:30 Uhr: fast fertig gepackt. die Angst vor Verschlafen siegt und wir gehen nach einem letzten Abschiedsbier und Abschiedscocktail ins Bett mit der Sorge im Sinn, ob unsere abgegebene Wäsche wohl noch pünktlich zu unserer Abfahrt wenigstens so etwas ähnliches wie trocken (oder überhaupt) zurück kommt. Wirklich alles gepackt? check. wenigstens die Kameras und sonstige Technik regensicher in Drybags? check. Boot-Taxi für morgen bestellt? check. Fährenabfahrtsuhrzeit wirklich um 10? check. wann sollten wir nochmal einchecken? um neun. check.

1 Uhr-6 Uhr halbstündliches bis stündliches Aufwachen vom Regen, Sturm und Gewitter. Super!  Die Prognose für einen Reisetag sind vielversprechend. Zumindest vielversprechend auf ein Abenteuer :o)

6:50 Uhr: Aufstehen, duschen, anziehen etc. und fertigpacken. Check der Gesamtlage: Kalt, sintfultartige Regenschauer, aufgeweichter und rutschiger Boden, sturmartige Windböen.

7:55 Uhr: Frühstück bestellt, angekommene Wäsche verpackt, Rechnungen bezahlt. Mehr Regen.

8:10 Uhr: Anruf vom Bootstaxi: Die Wellen seien auf dieser Seite der Insel zu stark und es komme nicht. Panisches Organisieren eines Motorradtaxis, das wenigstens unsere Rucksäcke nach Pattaya Beach bringen soll. Die Hostelbesitzer von Bila Beach versprechen uns, sich darum zu kümmern und wir laufen mit den kleinen Rucksäcken schon mal los.

8:45 Uhr: Kathi versinkt vollkommen überrascht in einem 60 cm tiefen Schlammloch und schlägt sich das Knie auf. [*aufkreisch*, dann der einzig wichtige Gedanke: „nicht die Kamera, nicht die Kamera!!“] Kamera in Ordnung? check. Der Regen geht weiter.

8:55 Uhr: Information erhalten, dass die Fähre nicht fährt, aber wir könnten ja das Speedboot nehmen, welches nicht um 10, sondern um 9 fährt (also in 5 min).. wir müssten nur am anderen Ende von Pattaya Beach beim Immigration Office ein Ticket kaufen und dann zum anderen Ende der Insel laufen zum Sunset Beach, wo das Speedboot auf uns wartet, wenn wir uns beeilen. Sintflutartige Regenschauer zu sintflutartigem Dauerregen übergegangen. Wenigstens wäscht der den Schlamm an meinem Körper wieder runter. Und wo sind eigentlich unsere Rucksäcke?

9 Uhr: Motorrad gesichtet, dessen Fahrer vollkommen durchnässt ist und unsere beiden (gefühlt) je ca. 20 Kilo-Rücksäcke umhängen hat. Einen vorne, einen hinten. Respekt. Wie der wohl an dem Schlammloch vorbei gekommen ist? Auf dem Weg zum Immigration Office.

9.15 Uhr: Beim Immigration Office geht es zu, wie auf einem marokkanischen Markt, da gestern sämtliche Transportmittel von der Insel weg wegen der Unwetter ausgefallen sind und sich die Leute nun allesamt um Tickets zu sämtlichen thailändischen Inseln bemühen, wild durcheinander schreien als sei es eine Auktion. Frau mit rosa Regenschirm, wild gestikulierend und unvergleichlichem Thai-Akzent: „Koh Hai? Du ju häf a tickät?“ „Yes, now we do.“ „Good, leave your bags there [deutet auf Schlamm] änd start walkin‘ to Sunset Beach. Wi will bring thäm. [ruft noch lauter:] Koh Bulone, Koh Muk, Koh Hai, Koh Lanta this wäi. But NOT Koh P* “ [Anmerkung: obwohl sie den Namen der Insel bestimmt 20 mal in unserem Beisein gesagt hat, konnten wir ihn nicht einmal wirklich verstehen. Daher diese Abkürzung, die ihr euch als komplizierten Namen mit „P“ vorstellen müsst ;o) ]. Sie läuft hektisch los. Wir nebst vielen anderen hinterher – gleich einem Kriegsgefangenenlager-Zug. Regen wie aus Eimern.

9:40 Uhr: Ankunft am Sunset Beach, noch durchnässter als vorher (auch wenn ich nicht gedachte hätte, dass das möglich ist). Ein paar Meter entfernt liegt das Speedboot. Einige suchen ihre Taschen und Rucksäcke, andere haben sie bereits und waten durch das Wasser um sie zum Boot zu bringen. Die nette Frau scheint noch hektischer und angespannter als vorher (auch wenn ich nicht gedachte hätte, dass DAS möglich ist), hampelt wie eine Fluglotsin auf und ab, deutet immer wieder auf das Boot und schreit „Koh Bulone, Koh Muk, Koh Hai, Koh Lanta, not Koh P*!!“ Großes Gewusel. Einige versuchen schon mal ins Boot einzusteigen. Sie wieder: „No!! No pässengers yet!!! first all bags! [ruft der Crew zu:] änt then count the seats how mäny passengers häf späis!“ [Anmerkung: was der Sinn dieser Ansage war, hat sich mir noch immer nicht erschlossen.]

9:55 Uhr: Ein Pärchen scheint die Frau etwas gefragt zu haben. Sie: „NO!! Ai told ju! NOT Koh P*! Ju going to Koh P*? Änt jor Bäg is alrädi on the boat? No! Oh my god! I sät NOT Koh P*!No!!“ Noch größeres Gewusel da die Taschen wieder gefunden und rausgebracht werden mussten.

10:00 Uhr: Platz genommen im Speedboot, was zwar ein Dach hat, aber natürlich trotzdem an den Seiten oben offen ist. Es regnet rein. In Strömen. Und kalt.

10:10 – 14:45 Uhr: Fahrt über viele viele Wellen mit ner Menge harter Aufschläge und heftigem Wind nach Koh Hai. Regen aus allen Richtungen.  Nach mehreren Stopps, aus- und zusteigenden sowie einigen seekranken Menschen (wir sitzen zum Glück erhöht in der ersten Reihe) erreichen wir völlig durchnässt und durchgefroren dank eines sensationell guten Speedboot-Fahrers unnd einer fantastischen Crew sicher und glücklich Koh Hai. Anmerkung: Achterbahn ist was für Anfänger.

15:00 Uhr: Nach dem wir von einem Longtailboat am Bootsanleger von Koh Hai abgeholt wurden, sehr freundliche und zuvorkommende Begrüßung im CoCo Cottage („Oh dear, what happened to you? Do you need drys clothes? Do you need bandages or plasters for your knee?? Something to drink? Come in! Come in!“)

seit ca.16 Uhr: verzweifelter Versuch, bei 95% Luftfeuchtigkeit alle (!) Klamotten wieder zu trocknen. Tolles Essen. Sonnenschein.

23:50 Uhr: erschöpft ins Bett gefallen. Christian: „Kathi, möchtest du vielleicht noch ein bisschen in deinem nassen Buch lesen?“ Nach einem Tag wie heute macht die Güte eines Buches anscheinend nichts mehr aus (er hätte ja auch „spannendes“, „schönes“ oder sonst was sagen können) sondern eher nur noch der Zustand.

Von dieser Reise gibt es aufgrund der Wetterlage keine Photos, dafür umso mehr Impressionen, die wir nicht mehr vergessen werden :o)

10 Kommentare auf “„Möchtest du vielleicht dein nasses Buch lesen?“ Notizen unserer Reise”

  1. Teena sagt:

    CHECK, CHECK, CHECK! I see you guys enjoying ooooh! Told Kathi already to drink more Mekong Whisky so that you can throw up rythmically when surfing the ocean…..Enjoy the left-overs of your book and take care…I always had the impression that Thailand just seems to be chaotic, in reality it is all a big act to entertain you guys and make you stronger for the North :)
    Hope to get more stories soon…I seriously nearly wet myself laughing ;)

  2. Conny sagt:

    *weglach* Ochjeeee ihr armen Pupsies xDDD Ich hoffe die nächsten „Abenteuer“ werden weniger….feucht…. thihi
    Ich weiß, es ist gemein^^ Aber dank des Schreibstils und meiner unbändigen Fantasie, hab ich mich hier grad tierisch beeumelt vor Lachen xDD

  3. Kathi sagt:

    Ach quatsch, wir hatten wirklich einen unvergesslich lustigen Tag :o) Freut mich, dass ihr an dem Bericht Spaß habt :o) Das nächste Abenteuer könnte allerdings wirklich weniger feucht werden… haben immer noch nicht alles wieder trocken, ich muss vielleicht meine festen Schuhe entsorgen, denn momentan sind sie noch kein Stück trockener geworden und erkältet sind wir auch etwas (*surprise, surprise*). Wir aber schon wieder besser :o)

  4. Anke sagt:

    Ihr könnt euch zumindest nicht beklagen. euer Trip wäre bisher langweilig.
    Hoffe Kathi’s Knie hats nicht zu sehr erwischt.

    Liebe Grüße von zu Hause

    Anke

  5. Nette sagt:

    Hallo ihr Lieben,
    Freue mich über euren Bericht und Bilder.Hoffe ihr habt den Monsun bald überstanden.
    übrigens: das Päckchen ist doch ‚gelandet’…….große Freude!!!!

  6. Optiver test sagt:

    I just had to take a second to thank you for sharing this with us. As a average citizen I’ve really loved the good ideas and content obtained from visiting your posts. I hope you can continue to develop a passionate community here as I will be checking back often!

  7. Lynda Kazmi sagt:

    hey I interested in the Homepage theme you’r using. What’s the name of it? Or is it a custom made one? :)

  8. Katja und Andy sagt:

    Hi,
    wir vermissen euch…und warten auf Neuigkeiten…aber ihr werdet zur Zeit wohl nicht die Möglichkeit haben, online zu gehen.
    Sind in Gedanken bei euch und wünschen euch ein schönes Weihnachtsfest bei 30 Grad:-)
    Alles liebe
    Katja und Andy

    • Kathi sagt:

      heute haben wir endlich Internet gefunden, was nicht schon beim Aufbau der gmx-Seite zusammen bricht :o) euch auch frohe, besinnliche und gemuetliche Weihnachten! Vermissen euch… immer wieder laufen wir durch die Stadt und denken „oh das koennten wir jetzt mit Andy und Katja machen“oder „hey guck mal das waer doch was fuer…. nein, das koennen wir jetzt nicht mitschleppen *hmpf* “ :o) …lasst es euch gut gehen! Waermende Sonnenstrahlen aus Kambodscha :o*