Feed auf
Postings
Kommentare

10.-17.01.2011

Als Chris vom Elefantencamp wiederkam, sind wir am nächsten Morgen auf unseren Roadtrip aufgebrochen: Eine Tour durch den hohen Norden Thailands von Chiang Mai über Mae Hong Son im Westen, Mae Sai und das Goldene Dreieck im Norden bis nach Phu Chi Fa an die Grenze zu Laos. Natürlich haben wir nicht die Highways genommen, sondern sind schön durch die Berge gekurvt, immer entlang der Grenze zu Myanmar und Laos bzw. am Mekong entlang. Zig Pässe haben wir erklommen und unzählige Kurven gemeistert (gerade die Strecke von Mae Hong Son nach Pai ist ein Motorradfahrertraum), bis wir nun schlussendlich in Chiang Rai angekommen sind, wo wir am Montag das Auto wieder abgeben müssen und von wo aus unser Flug nach Bangkok geht.





Und hier das „Making of“ des oberen Bilds. Christian störte der Baum im Bild, so dass ich diesen sanft zur Seite zog :-)


Mittagspause in einem Café

Fahren hier in Thailand erwies sich als durchaus spannendes Abenteuer, denn Überholmanöver werden hier vollkommen ohne Sinn und Verstand durchgeführt (egal wie nah der Gegenverkehr ist, je größer mein Fahrzeug ist, desto größer ist automatisch auch mein Recht auf die Benutzung der anderen Fahrbahn) und wir stellten uns immer öfter die Frage, ob überhaupt jemand hier jemals eine Fahrprüfung ablegen musste. Aber gut, kein Problem. Langsam fahren, auf den engen Strassen so weit wie möglich links fahren (Erinnerung: Hier ist Linksverkehr) und hupen, bevor man in eine Kurve einbiegt.
Das anfangs diesiege Wetter entwickelte sich in den Bergen schnell zu dichtem Nebel und trotz hervorragender Kartenlesetechnik meinerseits (*hüstel*) landeten wir unerklärlicher Weise an einer vollkommen anderen Ecke als gewünscht… irgendwo mussten wir die falsche Abzweigung genommen haben, was uns allerdings erst beim Schild “Willkommen auf Doi Inthanon, Sie haben jetzt den höchsten Punkt Thailands erreicht” auffiehl (wie uns die ultrasteile, engkurvige Strasse über 32 km davor entgangen sein konnte bzw nicht stutzig gemacht hat, ist mir, wie gesagt, unerklärlich). Tja, die Sicht war in der dichten Wolkendecke ausgesprochen schlecht und so fuhren wir auf der Bergspitze versehentlich auch noch in ein Militärsperrgebiet rein, wurden aber lächelnd von den netten Soldaten mit den MGs im Anschlag rückwärts wieder rausgelotst und zum Drehen animiert… Der Nebel bzw die Wolken wurden immer dichter und es fing an zu regnen, es wurde später und dämmerig und eine Unterkunft hatten wir auch noch nicht. Aber irgendwas ist ja immer. Erst mal galt es, auf den steilen, kurvigen Straßen von Doi Inthanon wieder runter zu kommen. Um ca. 17.30 Uhr in einer Linkskurve bergab mit Ölspur auf der Fahrbahn war es dann soweit: wir machten unfreiwillig Bekanntschaft mit einer ausgesprochen netten Grundschullehrerin aus Mae Chaem, die die Kurve schnitt, dabei die gesamte rechte Seite unseres Auto demolierte und den Vorderreifen zum Platzen brachte. Die Polizei aus dem 9 km entfernten Mae Chaem brauchte geschlagene 3 1/2 Stunden, um zu uns zu kommen, der Versicherungsmensch unseres Mietwagens aus Chiang Mai (90 km) trotz Sportwagens 6 Stunden. Mittlerweile hatten sich noch nette Menschen (ein flüchtiger Bekannter von Gun nebst Freunden von ihm) eingefunden, die uns in der Dunkelheit halfen, den Verkehr an den zwei nicht mehr fahrtauglichen Autos vorbeizulotsen und einfach mit uns über Stunden zu warten. Sie fuhren uns sogar hinterher zum Polizeiamt nach Mae Chaem (nachdem uns erst die Polizei und dann auch der Versicherungsmensch einfach stehen ließen), wo wir einen Unfallbericht in Thai bekamen, den wir dann auch noch unterschreiben mussten, obwohl wir keine Ahnung haben, was da drin steht. Aber das werden wir ja am Montag in Chiang Rai bei der Rückgabe erfahren :o) Avis brachte uns Dienstag morgen einen neuen Wagen (obwohl wir keine Antwort auf die Frage hatten, wo sie den anderen hingebracht haben könnten).
Das war erst mal genug der Abenteuer… uns saß der Schreck ja auch noch gehörig in den Knochen und so verbrachten wir die nächsten Tage mit langsamen Umherfahren und die Landschaft genießen.


Reisfelder


Unterwegs


Vorsicht ist geboten bei plötzlich auftretenden Hindernissen




Manche Straßen sind ausbesserungswürdig



Kurvige Straßen durch die Berge


Sonnenuntergang in Mae Taeng, in der Nähe von Chiang Dao


Mönche auf ihrem frühmorgendlichen Rundgang, auf dem sie Essen für das Leben im Tempel sammelten



Ein Laden in einem der unzähligen Bergdörfer, die wir passierten



Mae Salong hoch oben in den Bergen


Arbeiterinnen auf einer Teeplantage in der Nähe von Mae Salong


Arbeiterinnen auf einer Teeplantage in der Nähe von Mae Salong


Arbeiterinnen auf einer Teeplantage in der Nähe von Mae Salong


Donnerstag verschlug es uns an den nördlichsten Punkt Thailands: Mae Sai. Unmittelbar hinter dem nördlichen Stadttor ist die Grenze zu Myanmar, was das Stadtbild erheblich beeinflusst. Stundenlang saßen wir an der Straße am Tor vor dem Immigration Office und beobachteten das bunte Spektakel des Durchgangsverkehrs von Thailand nach Myanmar (Anmerkung: hierzu muss man wissen, dass Thailand in den Grenzgebieten viele Menschen aus Myanmar als “billige Arbeitskräfte” einstellt und diese in den Abendstunden wieder zurück in ihre Heimat fahren. Hierbei importieren sie Unmengen Kram, egal wie klein ihr Fahrzeug auch sein mag).


Warten auf die Erlaubnis für den Grenzübertritt


Vor dem Grenzposten (Guck mal Annette, meinst du die macht auch n Sitzstreik? ;o) )


Kinder auf dem Markt entlang der Straße zur Grenze


Frau auf dem Straßenmarkt, die die traditionelle Schminke aus Myanmar trägt – Tanaka Paste


Warten auf die Erlaubnis für den Grenzübertritt


Junge auf dem Straßenmarkt ebenfalls mit Tanaka Paste


Warten auf die Erlaubnis für den Grenzübertritt


Warten auf die Erlaubnis für den Grenzübertritt


Warten auf die Erlaubnis für den Grenzübertritt


Einmal stehen geblieben, brauchten die vollbepackten Mopeds Anfahrhilfe


Warten auf die Erlaubnis für den Grenzübertritt


Warten auf die Erlaubnis für den Grenzübertritt


Straßenmarkt


Straßenmarkt


Straßenmarkt


Warten auf die Erlaubnis für den Grenzübertritt


Straßenmarkt


Warten auf die Erlaubnis für den Grenzübertritt

Wir befanden uns immer noch in der Region des Goldenen Dreiecks – dem Dreiländereck von Thailand, Myanmar und Laos – was aufgrund von klimatischen (nicht so kalt)  und geographischen (Handel) Bedingungen der Grenzlandlage die (ehemalige?) Hauptanbaustätte der Opium-Mohnblume ist. So verbrachten wir Freitag einen Großteil des Tages im Museum “Halls of Opium”, einem hervorragenden Museum über die Opiumkriege, Gefahren, Nutzen, Faszination und Kult um Opium.
Zum Abschluss unseres Road Trips ging es dann noch nach Phu Chi Fa, einer Steilküste an der Grenze zu Laos mit wunderschönem Talblick und angeblich spektakulären Sonnenaufgängen. Und das beste daran: ein Ort, der bisher den ausländischen Touristen weitestgehend unbekannt ist und allenfalls einheimische Touristen anzieht. Wir waren froh, dass wir bereits Samstag nachmittag hingefahren waren, denn der Sonnenaufgang war leider wegen Nebel nicht zu sehen und so hatten wir – auch wenn nicht in optimalem Photographierlicht – trotzdem einen Blick auf das Tal werfen können.
Seit gestern nachmittag sind wir nun in Chiang Rai, werden heute das Auto abgeben, unsere Sachen waschen und packen und dann morgen nach Bangkok aufbrechen.


Ein Mann schlägt Zweige aus, die zur Besenherstellung genutzt werden


Aussicht vom Phu Chi Fa nach Laos


Spielende Kinder am Phu Chi Fa


Spielende Kinder am Phu Chi Fa



Sonnenuntergang von unserer Hotelterasse in der Nähe vom Phu Chi Fa



Einer der kältesten Sonnenaufgänge des Jahres am Phu Chi Fah, der leider im Nebel unterging.

6 Kommentare auf “Auf ausgetretenen und nicht so ausgetretenen Pfaden”

  1. wie immer, geniale Bilder… genialer Bericht…

    NEID!!

  2. Teena sagt:

    Das Making-of gefaellt mir ganz besonders, meine Chaoskinder! Geniesst eure letzten Tage in BKK, hab Kathi n Link zu Tu geschickt…falls ihr ihn trefft, sagt ihm nen schoenen Gruss, falls er sich noch erinnert. ;)

  3. Conny sagt:

    Wie immer wunderschön *_* Ich bin jedesmal total hingerissen und gerührt und freu mich schon auf die nächsten berichte^^ Die Fotos sind mal wieder der absolute Wahnsinn! Ich bin so neidisch xD Muss wunderschön sein dort. Fühlt euch gedrückt und passt auch weiterhin auf euch auf.^^

  4. Benni sagt:

    Nein, ich bin nicht neidisch…Nein, ich bin nicht neidisch…Nein, ich bin nicht neidisch… *mantra*

    Wir mussten leider unsere Reise absagen. Werden uns also nicht am anderen Ende der Welt treffen können. :(

    Und alter Schwede, machst du schöne Bilder. Wenn du nur so gut coden könntest… ;)

  5. Chris sagt:

    Hallo,
    schoen das euch die Photos gefallen! Dauert noch nen bisschen und dann koennen wir hoffentlich wieder Photographieren, sind jetzt gerde in Neuseeland angekommen :-)

    @Benni: Schoen hier von dir zu lesen! Wieso musstet ihr denn die Reise absagen? Und das mit dem Coden merke ich mir! :-P :-)

    • Benni sagt:

      Ist ne traurige Geschichte. Erzähl ich dir ein andermal..

      Wilkommen in Neuseeland! Habt exakt die gleichen Bilder vom Alpine Crossing gemacht wie wir. Müsste man nur die Gesichter austauschen. :D